
Trotz aller Vorbehalte lässt sich nicht leugnen, dass Alienware hier etwas ganz Besonderes gelungen ist. Normalerweise kostet ein Gerät mit identischer Hardware und nur halb so viel Speicher mindestens 1000 Euro mehr. Alle Gamer, die auch in der gehobenen Preiskategorie noch auf Schnäppchensuche gehen, machen mit diesem PC sicherlich ein Bombengeschäft.
Dieser Area-51 X58 für 4700 Euro profitiert als einer der ersten Rechner aus dem Hause Alienware wirklich von seinem Mutterunternehmen Dell. Der Hersteller macht es den armen Testern nicht gerade leicht, Kritikpunkte zu finden. Denn der Alienware bringt weitaus mehr Funktionen und Variationsmöglichkeiten mit als der 8000 US-Dollar teure Falcon Northwest Mach V - der in Deutschland bislang nicht einmal erhältlich ist. Allerdings ändert das nichts daran, dass das klassische Alienware-Gehäuse ziemlich klobig aussieht. Außerdem fänden wir es begrüßenswert, wenn beim Area-51 X58 ein Übertakten möglich wäre. Dennoch müssen wir anerkennen, dass das Preis-Leistungsverhältnis wirklich einmalig ausfällt. Jeder Gamer, der sich eine solche Investition leisten kann, bekommt mit diesem PC einfach alles, was das Herz begehrt.
Zum typischen Alienware-Gehäuse müssen wir an dieser Stelle gar nicht mehr viel sagen. Es ist eines der bekanntesten Gaming-Chassis und gilt schon als eine Art Kult. Die aufgepeppte Außenschale macht das System schwerer und das Abnehmen und Austauschen der Seitenplatte viel komplizierter. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.
Um zumindest eine Ahnung davon zu bekommen, was Alienware alles in diesen Rechner gepackt hat, lohnt ein Vergleich mit dem Falcon Northwest Mach V: Beide verfügen über den aktuellen High-End-Prozessor von Intel, 12 GByte DDR3-Systemspeicher sowie über zwei duale ATI-GPUs vom Typ Radeon HD 4870 X2. Das lässt sich auch durchaus von jedem PC ab 4000 Euro aufwärts erwarten. Doch Alienware bietet zudem einen doppelt so großen Festplattenspeicher (2 TByte auf zwei Festplatten) wie der Mach V. Denn der bringt nur eine Festplatte mit einem Terabyte mit.
Jeder der beiden Anbieter legt das Betriebssystem auf einen schnellen und leisen Halbleiterspeicher. Falcon Northwest muss sich jedoch auch hierbei Alienware geschlagen geben. Denn beim Area-51 X58 liegt die Windows-Bootpartition auf zwei 128-GByte-Halbleiterfestplatten von Samsung. Falcon Northwest hat sich für eine einzige 80 GByte große X-25M-Festplatte von Intel entschieden. Ob die beiden Festplatten von Samsung oder die eine von Intel im direkten Vergleich besser abschneiden, lässt sich schwer sagen. Bei einem Blick auf die Ergebnisse der Performance-Tests auf Systemebene schlägt sich der Area-51 X58 gegen den Mach V aber sehr gut. Und das, obwohl der Alienware nicht übertaktet und dennoch mehr als 1500 Euro günstiger ist als der Falcon Northwest.
In den Gaming-Tests erweist sich der Area-51 X58 als einer der schnellsten Desktop-PCs, die wir jemals getestet haben. Im Unreal-Tournament-3-Test bei hoher Auflösung setzt er sich an die absolute Spitze. Sowohl dieses System als auch der Falcon ist mit zwei dualen ATI-GPUs vom Typ Radeon HD 4870 X2 ausgestattet. Somit kann jedes System mit vier verschiedenen 3D-Chips arbeiten.
An dieser Stelle scheint der Crysis-Test aussagekräftiger. Denn die Unreal-Tournament-3-Ergebnisse sind mit über 300 Punkten nicht mehr allzu substanzhaltig. Es wird also Zeit für einen neuen Gaming-Benchmark-Test. Bei Crysis ist der Falcon Northwest Mach V das einzige System, das bei 1600 mal 1200 Pixeln noch alle Details wiedergeben kann und mit 60 Bildern pro Sekunde die heilige Marke aller Gamer erreicht.
Aber auch hier zählt der Area-51 X58 zweifelsfrei wieder zur gehobenen Gaming-PC-Kategorie. Ließe er sich übertakten, könnte er sicherlich in jedem Test ernsthaft mit dem Falcon Northwest Mach V um den Sieg kämpfen. Allerdings gibt es ja andere PCs von Alienware, die sehr wohl übertakten.
Weitere Ausstattungsmerkmale
Der Area-51 ALX X58 ist wahlweise mit Flüssigkühlung erhältlich. Damit lässt sich die CPU oberhalb der Werkseinstellungen takten. Wozu das gut sein soll, bleibt jedoch eher fraglich. Vor allem, wenn der Preis aufgrund der verschiedenen Wahlmöglichkeiten eines Nicht-ALX-Area-51 mühelos auf 5200 Euro steigt. Wahrscheinlich geht es lediglich darum, mit dem hochwertigeren ALX-Modell ein "Ultra-Premium"-Gerät anbieten zu können.
Wie dem auch sei: Es gibt viele Gründe, den Area-51 X58 gut zu finden. Der große Speicher wurde bereits erwähnt. Wem das noch nicht reichen sollte: Die Gaming-Netzwerkkarte Killer K1 von Bigfoot Networks dürfte das Gamer-Herz ebenfalls höher schlagen lassen. Mit dieser Karte kann die Netzwerk-Gaming-Performance sogar mehr gesteigert werden als mit einer Gigabit-Ethernet-Karte. Das hören sicher alle FPS-Fans gerne, die häufig im LAN spielen. Falcon Northwest bietet diese Option zwar auch, doch da kostet sie etwa 100 Euro extra.
Es erscheint aber etwas enttäuschend, dass Alienware kein optionales Media-Kartenlesegerät anbietet. Das kann jeder Benutzer allerdings auch selber einbauen. Denn von den drei Festplatteneinbauschächten an der Vorderseite ist nur einer mit einem Blu-ray-Brenner belegt. Die anderen beiden sind noch frei. Daneben lässt sich noch eine Festplatte intern hinzufügen. Es gibt dort auch einen einzelnen 1x-PCI-Express-Kartensteckplatz. Angesichts der Festplattenanzahl und der Karten des Systems überrascht es jedoch kaum, dass der PC nicht grenzenlos erweiterbar ist.
Zu den externen Anschlüssen zählen zwei FireWire-400-Anschlüsse, ein eSATA-Anschluss, optische und koaxiale S/PDIF-Digital-Ausgänge sowie die übliche Ansammlung analoger Audiobuchsen und USB-2.0-Ports. Schade nur, dass Alienware keinen HDMI-Adapter für die Grafikkarten mit in den Karton packt. Für einen Full-Tower-PC wie den Area-51 X58 ist HDMI vielleicht nicht ganz so relevant. Aber viele Anbieter überlassen diese Entscheidung dem Anwender und fügen einen Adapter bei.
Außerdem hat Alienware früher auch einmal all seine PCs mit der AlienFX-Software zur Regelung der Gehäusebeleuchtung ausgestattet. Davon scheint man mittlerweile abgekommen zu sein. Genau wie das Übertakten ist auch die Beleuchtungssteuerung mittlerweile nur noch bei ALX-Desktops von Alienware möglich. Freilich will ein Unternehmen wie Alienware einige Funktionen nur in seinen absoluten Top-Produkten anbieten. Doch es stellt sich auch die Frage, warum im Spitzensegment überhaupt noch abgestuft werden muss. Zumal sich der Grundpreis des Area-51 durch Zusätze beliebig in die Höhe treiben lässt. So weit, bis das Geld auch für einen ALX reichen würde.
Getestete Systemkonfigurationen:
Alienware Area-51 X58 Windows Vista Home Premium 64 Bit, Intel Core i7-965 (3,2 GHz), 12 GByte 1066-MHz-DDR3-SDRAM, zwei ATI-Grafikkarten Radeon HD 4870 X2, zwei Samsung-MLC-Halbleiterfestplatten mit 128 GByte, zwei Seagate-Festplatten mit 1 TByte und 7200 U./min







